Angebot, Nachfrage und alle Problematiken...

Angebot, Nachfrage und alle Problematiken...

Beitragvon Stefan Jürgens am 23.08.2007, 06:39

werden SecondLife gesamtheitlich und langfristig gesehen, schöner machen. Doch dass ist wohl kaum LindenLab´s Verdienst. Es stellt sich nur die Frage, wer den längeren Atem hat und auf wessen Rücken dies dann nun ausgetragen wird. Die gewerblichen Avatare mit realen Unternehmen im Hintergrund oder die Leute mit lockeren Haushaltsgeldern, oder die Free-Account-Avatare die nach dem Camping jeden Linden häufig reinvestieren. Man kann gespannt sein. Nicht ausgeschlossen allerdings dann ist, dass es auf allen Seiten durch natürliche Auslese zu zahlreichen Verlusten, Pleiten und Weggängen gekommen sein wird. Und vielleicht auch Weggängen von aktiven Avataren, die eigentlich dringend gebraucht würden.

Doch da LindenLabs keine Accounts und Landaufgaben oder Doppelaccounts bewerten will, wird weiterhin das Märchen vom guten SecondLife bestehen. Natürlich ist SL unbestritten gut. Jedenfalls, wenn man erfolgreich etwas sinnvolles damit anzufangen weiss. Fakt aber ist auch, dass momentan wieder einmal eine Flaute besteht. Und wie ich bei meinen Recherchen feststellen muss, eine unplanmässige Flaute. Nicht zuletzt wegen Einstellung des Glücksspiels und anderer Kritikpunkte, wurde Free-Account-Besitzern ein Überleben schwerer gemacht.

Gesprächen kann ich entnehmen. Viele Premium-Accountler und geschäftlich erfolgreichen Avatare blicken ziemlich verachtend auf Free-Accountler und dass deren Glücksspielbestreben endlich eingeschränkt wurde. Doch dass deren Earning im Wirtschaftskreislauf über mehrere Ecken und Avatare auch deren Bestehen weiter sichert, dass will man mit Kurzblick und grenzenloser Verachtung nicht sehen. Eine neue Säule den Fortbestand vieler Mittelständler zu sichern, ist und bleiben gerade die kleinen Avatare mit Freeaccount, auf denen die SL-Wirtschaft und deren viele Zusammenhänge letztlich aubaut! Man muss hier eben ins Detail und den Reihenregress denken!

Bedauerlicherweise kommt es langsam nun aber auch zu einer Sättigung von Märkten und Interessen. Wie im RL, trifft es die Kleinsten zuerst. Doch die Schere wandert langsam aber sicher auch höher. Neben einer gesellschaftlichen Mehrteilung werden viele einfach aufgeben. Wenn in 60 Tagen 1,6 Millionen User von 9,1 Millionen SecondLife benutzen, sagte diese Zahl schon sehr viel aus. Und da sollte man nicht stolz sein, 9,1 Millionen Accounts als Aktive zu bezeichnen. Diese Zahl sollte uns alle nachdenklich machen, bei Meinungsverschiedenheiten etc. mit dem Anderen besser umzugehen. Hier nur Leute abzulehnen, weil man der Owner ist, ist keine Lösung. Jeder Avatar am eigenen Geschäft zählt nicht nur, er ist eine Bereicherung für die Sl-Wirtschaft und den gesamtheitlichen Fortbestand von SecondLife. Und überdies, hat man einen Unzufriedenen, könnte man bald schon ein Lauffeuer losgetreten haben.

An zwei Beispielen, nämlich der Kleiderindustrie und dem Immobilienhandel, möchte ich verdeutlichen dass hier durchaus ernsthafte Probleme zu sehen sind. Sicherlich kann heute, wenn er heute in SecondLife anfängt, niemand mehr den schnellen Linden machen. Zu Zeiten der Anfängen von SL war dies noch anders. Und da wo heute nun genügend Kapital und Name da ist , fällt es auch nicht schwer damit nur aufzuhören. Wenn das Zugpferd SecondLife nicht mehr zieht. Und sicherlich werden diejenigen dem und niemandem eine Träne hinterher weinen.

Zurück zu den angesprochenen Beispielen. Hier stütze ich mich bei den Recherchen zunächst auf zahlreiche Artikel, durchaus Ernst zu nehmender Artikel von Reportagen und Reportern. Die Kleiderindustrie und das Produkt Kleidung steht vor dem Kollaps. Nicht zuletzt auch dank Freebies. Nunja, über Qualität können wir streiten. Sicherlich kann man diese aber nicht fühlen, sondern ist eher optischer Natur. Ein Punkt der bei meinen Nachforschungen und Überlegungen auffiel. SL-Kleidung ist keinem Alterungsprozess unterworfen. Hier fand ich Informationen zu einer virtuellen Konkurrenz Welt (B...), wo dies anders sein soll. Insbesondere Kleidung als Freebies, noch dazu ohne Alterungsprozess, dürfte aber langfristig für viele Mittelständler ein echtes Problem sein.

Hier ist anzunehmen, dass viele gute Freebiekleidung von enttäuschten und designierten Designern stammt, die die Kleiderwirtschaft lahm zu legen. Denn bei Free-Accountlern und Campern dürfte noch immer riesiges Potential und Nachholbedarf zu sehen sein. Ich bersönlich bin auch nicht für ein generelles Verbot, als vielmehr eine kontrollierte Einschränkung von Freebies.

Natürlich gibt es die Läden mit den Abermillionen von Kleidungsstücken. Doch arbeitet man dort kaum noch kostendeckend. Nunja, es mag auch Ausnahmen geben, bei örtlichen Publikumsmagneten, doch dies ist begrenzt. Camping und Freebies ziehen noch Leute an. Auch das verbotene Glücksspiel. Anderes hingegen kaum noch. Selbige Baustelle sind Immobilien. Hier fliesst viel harte Währung in etwas, was nicht greifbar ist, und einem auch nie ohne wenn und aber ganz gehört.

Die Ersten der Stunde mögen gutes Geld damit gemacht haben. Und aufgrund des heutige riesigen Bestandes noch machen. Doch an die Adresse der Kleingrundbesitzer mit weniger als einer 1/4 Sim sei gesagt. Ja, es ist schön Land zu haben. Man darf aber auch nicht vergessen, man setzt eine reale Einmalzahlung, und dann eine monatliche Tier schlichtweg in den Wind, wenn man eben Probleme hat oder Besucher aus bleiben. Aus dieser Richtung gibt es dann keine Absicherung, und behält der Gegenüber dann die Einmalzahlung für einen Server so ein, dass beim nächsten Besetzer wieder eine Einmalzahlung verlangt wird, obwohl die Einmalzahlung des Vorgängers die Anschaffung des Servers längst amortisiert hat.


Fazit. Ich für meinen Teil, bleibe allenfalls beim Mieten von Shop, Wohnung oder Haus. Lanfristiger Kauf lohnt nicht! Zum Shop noch gesagt. Und dann lieber einige gute Teile selbstgemachte Teile in den Laden gepackt, als Freebies und Massenwaren.

Gruss Zerbi
Stefan Jürgens
 
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